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Die Pension Sachsenruh hat auch heute noch viele Fans

Dachzelttreffen (Bildquelle MDR)

Das Dachzelt auf dem Trabi wurde in der DDR liebevoll Pension Sachsenruh genannt. Dieses ungewöhnliche Zelt hat das Camperleben in der DDR nachhaltig geprägt.

Die Idee aus Frankreich mitgebracht

Das Dachzelt für den Trabant ist ganz eng mit einem Mann verbunden: Mit dem Berufskraftfahrer Gerhard Müller, der die Pension Sachsenruh quasi erfand. Müller wurde 1930 geboren, lebte bis zum 18. Lebensjahr auf einem Hof in der DDR und ging dann nach Frankreich. 10 Jahre später kehrt er in die DDR zurück. Aus Frankreich aber hatte er eine geniale Idee mitgebracht: Die Konstruktion eines Dachzeltes, die er dort so ähnlich gesehen hatte.

Die Pension Sachsenruh hat auch heute noch viele Fans

Foto: www.flickr.com/photos/wollebilder/14890803653/in/photostream/

Auf die Pension Sachsenruh musste man warten

Müller arbeitete an mehreren Prototypen – bis er 1976 zum endgültigen Modell kam. Zuerst fertigte er das Trabi-Zelt nebenberuflich gefertigt, wegen des großen Erfolgs aber schnell hauptberuflich. Von der Bestellung bis zur Auslieferung vergingen dann gerne auch mal zwei Jahre. Jeden Samstag wurden die fertigen Dachzelte von den Kunden direkt bei den Müllers abgeholt.

Das Trabi-Dachzelt im Erwin-Hymer-Museum
Das Trabi-Dachzelt im Erwin-Hymer-Museum

Dachzelt-Treffen halten die Erinnerung wach

Mit der Wende kam dann auch die Krise für Gerhard Müller und seinem Geschäft. Seine Werkstatt wurde gekündigt, er blieb auf dem Material sitzen und konnte von heute auf morgen nicht mehr produzieren. Müller starb 1999 – die Gemeinde der Dachzelt-Fans aber hält seine Idee vom DDR-Camping-Kult weiter hoch. Jedes Jahr treffen sich die Trabi-Fans zu einem Dachzelt-Treffen.

Gute Nachrichten für Gerhard Müller

Seit 2011 treffen sich um die 60 Dachzeltfans, um sich über ihre ganz besondere Camper-Leidenschaft auszutauschen: „Zum Beispiel, wie man einen Korb für die Schuhe an der Leiter befestigen oder die Zeltstangen zur mobile Garderobe und Waschstelle umfunktionieren kann“, wie das ein Artikel des MDR beschreibt. Das Dachzelt-Erbe lebt also weiter – kann es für Gerhard Müller im Himmel bessere Nachrichten geben?
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