„Der Sealander war ein Lustkauf!“ – Camperleben.net
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„Der Sealander war ein Lustkauf!“

Auf dem Gardasee (Foto: Michael Kunz)

Warum kauft man sich einen Wohnwagen, der auch schwimmen kann? Michael Kunz hat es gemacht und mir erzählt, warum der Sealander sein Leben bereichert hat.

Michael Kunz ist Schreiner – und von Kindheit an ein Camper, wie er selbst erzählt: „Jahrzehnte Bibione Pineta lassen grüßen, mit Wohnwagen und Zelt.“ Sein erstes Wohnmobil war eine grüne Minna aus der Strafvollzugsanstalt Bielefeld – umgebaut als Monstertruck für seine Familie. Er fuhr danach alle möglichen Arten von Wohnmobilen, war aber auch immer begeistert von Booten. Mit dem Sealander hat er beides miteinander kombiniert, denn der Wohnwagen kann tatsächlich in See stechen. Ich habe ihn ein bisschen nach seinem Camperleben mit diesem ungewöhnlichen Gefährt ausgefragt.

Foto: Michael Kunz
Foto: Michael Kunz

Camperleben.net: Wann hast du den Sealander das erste Mal gesehen und was hast du dabei gedacht?

Nach einem gefrusteten Messebesuch in Düsseldorf, es war die Boot 2014, schlenderte ich teilnahmslos durch die Hallen Richtung Ausgang. Über den Stand von Sealander bin ich quasi unbewusst gestolpert. Der freundliche Herr, wie sich später heraus stellte, der Konstrukteur Daniel Straub, klärte mich auf. Ich war begeistert vom Design, der tollen Verarbeitung und den unzähligen Features. Dies alles auf kleinstem Raum. Man kann in ihm schlafen, kochen, spülen, waschen – ja, sogar eine Chemietoilette mit Vorhang ist möglich.

Foto: Michael Kunz
Foto: Michael Kunz

Wie kamst du denn auf die Idee, dir selber einen Sealander zu kaufen?

Da muss ich etwas ausholen: Ich bin kein stetiger Mensch, weder im Berufsleben, noch privat. Eingefahrene Strukturen sind mir zu öde – da passt der Sealander perfekt. Die Einsatzmöglichkeiten sind ja fast unerschöpflich – wenn ich genug Fantasie und
Mut zum kleinen Abenteuer habe. Ich brauche ja nicht mal einen Binnen-Seeführerschein, da die maximale Motorisierung bei 8 PS endet. Ich brauche keinen Hängerführerschein, da er ein ungebremster Hänger mit maximal 750 Kilogramm zulässigem Gesamtgewicht ist. Jeder Führerscheinanfänger darf sofort auf die Straße und auf das Wasser. Außerdem reicht mir eine Garage, um Boot und Wohnanhänger in einem unter zu bringen.

Ich wollte ihn einfach haben, es war ein Lustkauf– ich gebe es ja zu. Und ich bereue es nicht: Für so wenig Geld hatte ich noch nie so viel Spaß – über Jahre bis heute. Gekauft habe ich ihn übrigens in einem Kieler Hafenbecken – einfach so. Ich sagte zu Daniel Straub: „Mach mal, ich will alles, weiß und Teak. Im Mai 2015 habe ich ihn dann in Kiel bei strömendem Regen geholt.

Foto: Michael Kunz
Foto: Michael Kunz

Was passiert, wenn du den Sealander ins Wasser lässt? Wie reagieren die Menschen?

Jedes Mal ist es ein Highlight und es bilden sich Menschentrauben. Für das Ein- und Auslassen sollte man immer genug Zeit einplanen, denn der Sealander ist echt kommunikativ. Bestes Beispiel: Vor 4 Wochen auf einem Kurztrip am Gardasee. Da habe ihn am Strand eingelassen, per Hand, mit 2 Mann. Kleine Ausfahrt mit meiner Freundin. Während der Fahrt stupste sie mich zart an und sagte mir, dass ich mich mal vorsichtig umdrehen und nicht erschrecken soll. Hab ich gemacht: Hinter uns her schwamm eine Motorhaube. Es war ein extrem netter Italiener mit einem Amphie-Ranger, der den Sealander vom anderen Ufer aus gesehen hatte. Das Ende vom Tag war dann eine Strandsession mit ungefähr 100 Zuschauern, als wir den Sealander an den Ranger hingen und damit auf den See gefahren sind.

Auf dem Gardasee (Foto: Michael Kunz)
Auf dem Gardasee (Foto: Michael Kunz)
Auf dem Gardasee (Foto: Michael Kunz)Auf dem Gardasee (Foto: Michael Kunz)
Auf dem Gardasee (Foto: Michael Kunz)

Wie oft nutzt du den Sealander dann tatsächlich als Boot?

So oft ich kann, bin ich auf dem Wasser unterwegs. Ganz ehrlich: Ich habe es echt noch nicht geschafft, darin zu pennen, auch wenn ich es mir fast jedes Wochenende vornehme. Werde das in der Saison 2018 aber auf jeden Fall noch ausgiebig testen. Im Sommer sind wir fast jedes Wochenende auf dem Wasser mit ihm. Meine Schwester hat ihn aber auch schon eine Woche mit Freundin und Kind beim Campen ausgiebig getestet. Sie fand das klasse.

Foto: Michael Kunz
Foto: Michael Kunz

Was erfreut dich immer wieder am Sealander?

Definitiv die Form, die absolute Unabhängigkeit auf kleinstem Raum. Ich genieße auch manchmal den Auflauf an Menschen und die tollen Gespräche. Ich hasse es, ihn im Winter einzumotten, das Wasser abzulassen. Ich freue mich 2 Tage nach dem Einmotten schon aufs Wiederbeleben, das putzen, ölen der Möbel, die ein oder andere Polierarbeit, weil ich irgendwo mal angedotzt bin. Ich weiß auch, dass ich in niemals hergeben werde. Schon alleine der Enkel wegen. Meine 5-jährige Enkelin fährt ihn bereits perfekt mit einem 3 PS-E-Motor.

Foto: Michael Kunz
Foto: Michael Kunz

Gibt es irgend etwas, was dich nervt am Sealander?

Was mich nervt ist, dass es Menschen gibt, die meinen, dass der Preis zu hoch ist. Die verstehen einfach nicht, was für eine Arbeit hinter so einem Projekt steckt – und das mit dieser handwerklichen Perfektion und erstklassigem Material. Für mich ist es eher ein preiswertes Objekt – gleichzeitig für Land und Wasser. Der Spaß und das Abenteuer liegen darin, immer neue Einsatzmöglichkeiten für sich zu finden.

Danke für das Gespräch und deine Erfahrungen mit dem Sealander. Ich wünsche dir noch viel Spaß mit der kleinen Schwimmkugel.

Info: Die Preise für den Sealander beginnen bei 18.790 Euro für die Basisausstattung. Die Vollaussattung gibt es für 24.000 Euro. Hier gehts zur kompletten Preisliste.

Foto: Michael Kunz
Foto: Michael Kunz

„Der Sealander war ein Lustkauf!“

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