Wildes Campen ist in Deutschland kompliziert – Camperleben.net
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Wildes Campen ist in Deutschland kompliziert

Wildes Campen (Foto: pixabay)

Es klingt so verführerisch: Einfach sein Zelt in freier Natur oder im Wald aufschlagen. Das ist in Deutschland allerdings äußerst kompliziert.

Es gibt Paradiese für Wildcamper

Was sieht das doch immer toll aus, wenn ich auf Instagram die Fotos von Campern sehe, die mit ihrem Zelt in freier Natur stehen. Und tatsächlich gibt es diese Paradiese für Wildcamper mitten in Europa. In Schweden und Norwegen zum Beispiel gilt das so genannte „Jedermannsrecht“. Damit ist nichts anderes gemeint, als: Solange man niemanden stört und die Natur geachtet wird beim Zelten, ist es erlaubt. Das gilt für Wald oder Wiese. Genauso frei ist es in Schottland, Irland oder auch den baltischen Staaten. Hier kann wild gecampt werden.

Wildes Campen (Foto: pixabay)
Wildes Campen (Foto: pixabay)

Den Waldbesitzer fragen kostet nichts

In Deutschland ist das leider etwas anders. Deswegen zuerst einmal die schlechte Nachricht: Campen im Wald ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Wer das missachtet, dem können Strafen bis zu 5.000 Euro winken. Jetzt aber kommt das große ABER. Denn in Deutschland sind sehr viele Waldgebiete in privater Hand und selbstverständlich kann jeder Waldbesitzer für sich entscheiden, ob er es zulässt, dass jemand in seinem Waldstück zeltet. Bekommt man tatsächlich die Erlaubnis des Waldbesitzers, gibt es aber immer noch die „Wohlverhaltensklausel“: Mann oder Frau sollen sich so verhalten, dass der Wald nicht gefährdet, beschädigt oder verunreinigt wird – und dabei niemand anderes bei der Erholung im Wald gestört wird.

Wildes Campen (Foto: pixabay)
Wildes Campen (Foto: pixabay)

Der Förster hat das Sagen

In öffentlichen Waldstücken gilt das Landeswaldgesetz des entsprechenden Bundeslandes. Und zwar der Paragraf 22 „Betreten, Reiten, Befahren“. Dort wird erwähnt, dass man sich eben das Zelten erlauben lassen muss. Maßgeblich ist dabei auch letztlich der Förster, der entscheiden kann, ob er den Aufenthalt in „seinem“ Wald duldet oder nicht. Er ist sowas wie der Polizist des Waldes und wenn er den Ausweis des Waldbesuchers verlangt, muss der ihn auch vorzeigen.

Vielleicht einfach mal Biwakieren?

Abgesehen vom Zelten gibt es aber eine Möglichkeit, um Wald zu übernachten, nämlich das Biwakieren. Das heißt, man verbringt seine Nacht im Schlafsack mit Plane drüber. Das nämlich ist erlaubt, selbstverständlich mit den oben beschriebenen Einschränkungen, dass man sich eben ordentlich verhält und Natur und Mensch respektiert.

Wildes Campen (Foto: pixabay)
Wildes Campen (Foto: pixabay)

Vielleicht einfach besser sein lassen

Das wilde Zelten in Deutschland aber bleibt auf jeden Fall kompliziert. Wer es dennoch einfach macht, muss natürlich mit Problemen und Strafen rechnen. Ob man es dennoch riskiert, muss jeder für sich selbst entscheiden. Mehr Sinn macht da vielleicht doch die Reise ins nicht allzu ferne europäische Ausland, um seinen Wander-Camping-Trip zu realisieren. In Deutschland bleibt dann ja immer noch das Wandern im Wald. Übernachten kann man ja auch woanders.

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